Der Anker 736 (Nano II) im Check: Ist dieser 100W-Winzling wirklich 80€ wert?
Kennst du das? Du packst für eine Reise oder den Weg ins Büro und deine Tasche ist zur Hälfte voll mit Kabelsalat und klobigen schwarzen Ziegelsteinen. Einer für den Laptop, einer fürs Tablet, einer fürs Handy. Es nervt. Es ist schwer. Und wehe, du vergisst einen davon.
Hier kommt das Anker 736 (Nano II) 100W Ladegerät ins Spiel. Das Versprechen: Ein winziger Stecker für alles. Volle Power für das MacBook Pro, Schnellladung für das Samsung Galaxy und Strom für die Kopfhörer – gleichzeitig.
Aber: Anker lässt sich diesen Komfort fürstlich bezahlen. In meiner detaillierten Analyse kläre ich, ob du wirklich so viel Geld ausgeben musst, oder ob die Konkurrenz von Baseus und INIU den Job nicht genauso gut (und günstiger) macht.
Keine Zeit für Details?
Wenn du einfach nur das kompakteste und hochwertigste Marken-Netzteil suchst, machst du hier nichts falsch.

Der Technik-Check: Was ist „GaN“ eigentlich?
Bevor wir in die Praxis gehen, kurz zur Technik: Warum ist das Ding so klein? Das Zauberwort heißt Galliumnitrid (GaN). Früher bestanden Chips in Netzteilen aus Silizium. GaN leitet Strom effizienter und produziert weniger Wärme.
Das Ergebnis für dich: Bauteile können enger zusammenrücken. Der Anker 736 ist etwa 34% kleiner als das alte 96W Netzteil von Apple, hat aber mehr Anschlüsse. Wer billige No-Name-Netzteile kauft, riskiert oft ineffiziente Hitzeschleudern, die im schlimmsten Fall die Ladeelektronik deines teuren Laptops verwirren können. Anker setzt hier auf die hauseigene „PowerIQ 3.0“ Technologie, um genau das zu verhindern.
Die Analyse: Alltagstauglichkeit & Szenarien
Technische Daten sind nett, aber wie schlägt sich das Gerät im echten Leben? Ich habe mir hunderte Nutzerberichte und Messdaten angesehen.
Szenario 1: Der One-Bag-Traveler
Du bist beruflich viel unterwegs? Hier glänzt der Anker 736. Mit nur ca. 206 Gramm und einklappbaren Pins (bei der US-Version, DE-Version ist fix) ist es extrem portabel. Es wird unter Volllast warm, aber Nutzer berichten, dass es dank intelligenter Temperaturüberwachung nie bedenklich heiß wird.
Urteil: Für Reisende ist der Formfaktor Gold wert.

Szenario 2: Das Multi-Device Dilemma
Hier wird es spannend – und hier musst du aufpassen! Das Anker 736 hat insgesamt 100 Watt. Aber was passiert, wenn du Laptop UND Handy gleichzeitig lädst?
- Anker Logic: Nutzt du beide USB-C Ports, teilt sich die Leistung in 60W + 40W auf.
- Das Problem: Hast du ein großes Arbeitstier (z.B. MacBook Pro 16″ oder Dell XPS 15), das unter Last gerne 90W hätte, wird es am 60W Port zwar laden, aber langsamer.
Der kritische Blick: Wo andere besser sind
Der Anker 736 ist exzellent, aber er ist nicht perfekt.
1. Das USB-A Stiefkind: Der dritte Port (USB-A) ist nett für alte Geräte, teilt sich aber die Leistung mit den anderen. Wenn alle drei Ports belegt sind, bekommst du am Hauptport nur noch 45 Watt. Das reicht kaum, um einen Laptop im Betrieb zu laden.

2. Die „Dell-Falle“: Viele Business-Laptops (besonders von Dell oder HP) laden nicht richtig, wenn sie weniger als 65 Watt bekommen. Da der Anker im Dual-Betrieb auf 60 Watt drosselt, erhältst du oft die Warnmeldung: „Slow Charger connected“.
Hier macht es die Konkurrenz besser: Die Alternativen von Baseus und INIU teilen die Leistung oft in 65W + 30W auf. Diese 5 Watt Unterschied sind entscheidend, damit dein Laptop im Schnelllademodus bleibt!
✅ Das spricht dafür
- Extrem kompaktes „Nano“-Design
- Marktführer-Qualität & Haptik
- Hervorragende Sicherheitsfeatures
- Lädt MacBook Pro (Solo) mit Fullspeed
❌ Das spricht dagegen
- Hoher Preis (Markenaufschlag)
- Dual-Split nur 60W (kritisch für manche Laptops)
- Kein 4. Port wie bei Baseus
Der direkte Vergleich
| Feature | Anker 736 | Baseus 100W | INIU 100W (Preistipp) |
|---|---|---|---|
| Ports | 3 (2x USB-C, 1x USB-A) | 4 (2x USB-C, 2x USB-A) | 3 (2x USB-C, 1x USB-A) |
| Größe | ⭐⭐⭐⭐⭐ (Sehr klein) | ⭐⭐⭐ (Länglich) | ⭐⭐⭐⭐ (Kompakt) |
| Leistungssplit (2 Geräte) | 60W + 40W | 65W + 30W (Besser) | 65W + 30W (Besser) |
| Preisniveau | Hoch (~70-90€) | Mittel (~50-60€) | Niedrig (~35-45€) |
| Preis prüfen | Preis prüfen | Preis prüfen |
Fazit: Welches solltest du kaufen?
Der Anker 736 ist ein Stück beeindruckende Technik. Aber ist er der Beste für dich? Das kommt auf deinen Geldbeutel und deinen Laptop an.
🏆 Der Premium-Sieger: Anker 736
Du willst maximale Kompaktheit und eine Marke, der du blind vertraust? Wenn Geld eine untergeordnete Rolle spielt und du ein MacBook Air oder Pro 13″/14″ hast, ist der Anker die edelste Wahl.
💰 Der Vernunft-Sieger: INIU 100W
Mein persönlicher Favorit. Du sparst fast 50% gegenüber Anker, bekommst aber die gleiche Ladeleistung und sogar die bessere 65W-Verteilung für Laptops. Warum mehr zahlen, wenn Strom nur Strom ist?
🔌 Die Workstation: Baseus 100W
Ideal, wenn du das absolute Maximum an Ports brauchst (z.B. Laptop, Handy, Watch UND Kopfhörer gleichzeitig). Der einzige mit 4 Anschlüssen im Test.
Egal wie du dich entscheidest: Tu deinem Akku einen Gefallen und entsorge die alten, heißen Billig-Netzteile!

